FAZIT ECCEO 2009
Der ECCEO 2009 mit 4500 Teilnehmern in Athen wurde bestimmt von den Themen Osteoporose und Osteoarthritis/Arthrose. Diagnostische- und therapeutische Maßnahmen, zum Teil bekannte, zum Teil neue Gesichtspunkte, besonders in Zusammenhang mit wirtschaftlichen Faktoren, bestimmten die Themenkreise.
Osteoporose
Erwähnt seien Referate, über bildgebende Verfahren (z.B. Ultraschalltechniken, mikroskopische MRT-Untersuchungen, Fragen zur Mikroarchitektur, ihrer Darstellung und ihrer Bedeutung hinsichtlich einer Osteoporose Entwicklung). „FRAX“ (Brüchigkeitsfaktor im weiteren Sinne) erhält als neuer Indikator (eingeführt durch WHO 2008) und Bestimmungspunkt für Knochenbrüchigkeit und präventiven Therapieeinsatz, eine bedeutende Rolle, auch als Leitlinienprädiktor.
„Lifestyle“ ist in Zusammenhang mit Knochenfestigkeit und Knochenbrüchigkeit von größter Wichtigkeit. Hierzu gehören: Ernährung, Rauchverzicht, Alkoholenthaltsamkeit, Gewicht, BMI > 18, Bewegungstherapie in jeglicher Form. Therapieregime werden mit den klassischen Konzepten (Calcium, Vitamin D3, Bisphosphonaten) durchgeführt. Im Blickpunkt stehen Zoledronsäure (5mg als Infusion/a), Teriparatit und Strontiumranelat, Substanzen, die sich dem Alendronat in verschiedenen Studien überlegen zeigten. Weitere Osteoporoseschwerpunkte: Physiotherapeutische Maßnahmen: hier dominieren Bewegungstherapie, Walking, Vibrationstraining. Einen breiten Rahmen nimmt die Sturzprophylaxe und Maßnahmen nach Sturz und weiteren Sturzmöglichkeitsverhinderungen ein.
Arthrose
Arthrose ist die häufigste Erkrankung des Bewegungsapparates (Prof. Pelletier, Montreal, Kanada). Ursachen sind unter anderem Übergewicht, Fehlhaltungen, Kniegelenksverletzungen (Meniskus-, Bandapparatverletzungen). Therapiemöglichkeiten der Arthrose werden gesehen in Tetracyclin-Analoga, Diacerein (IL-1ß Inhibitor) oder in Glucosaminhemisulfat (GS), das die Arthrosesymptomatik (Schmerzen, Schwellung, Bewegungseinschränkung mit Funktionsverlust) im Sinne eines disease modifying osteoarthritis drug (DMOAD) hemmt. Möglicherweise können auch Cathepsin-K Inhibitoren, Strontium-Ranelat und anti-RANKL-Antikörper als mögliche neuere DMOADs eingesetzt werden. Im stark besuchten Rottapharm Madaus-Symposium wurde von Prof. Pelletier auf die pathophysiologischen Veränderungen eingegangen und die epidemiologischen Zusammenhänge aufgezeigt. Prof. LC. Rovati (Mailand) stellte in einem zusammenfassenden Überblick deutlich die Rolle von Gucosaminhemisulfat in der Therapie der Arthrose dar, unter anderem auch den statistisch signifikanten und in vielen Studien nachgewiesenen antientzündlichen Effekt des kristallinen Glucosaminhemisulfates. Nichtaustauschbarkeit durch ähnliche Substanzen ist nach den bisherigen Studien als gegeben anzunehmen. Weiterhin wurde festgestellt, dass bei Patienten innerhalb von fünf Jahren nach vorausgegangener GS- Behandlung ein deutlicher Rückgang von Knie- und Hüftendoprothesen verglichen mit einer Gruppe mit Placeboeinnahme erkennbar war. Auf Kosteneinsparungen durch rechtzeitigen und präventiven DMOAD Einsatz wurde von Prof. Aslanidis (Griechenland) hingewiesen.

