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56. Jahrestagung Süddeutscher Orthopäden

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Schlaglichter der 56. Jahrestagung der Vereinigung Süddeutscher Orthopäden in Baden-Baden, Mai 2008

Bereits in seiner Eröffnungsrede wies Professor Heiko Reichel auf die Bedeutung der Jahrestagung Süddeutscher Orthopäden in Baden-Baden als integratives Austauschforum konservativer und operativer Orthopäden hin. Orthopädische Strategie sei es stets, in einem Gesamtbehandlungsplan eventuell notwendige Operationen mit sehr früh einsetzenden, konservativen und rehabilitativen Verfahren zu verbinden.

Das erste Hauptthema beschäftigte sich umfassend mit dem zentralen menschlichen Gelenk, dem Hüftgelenk im Erwachsenen- und Kindesalter.
Besondere Themenschwerpunkte waren:

  • Langzeitergebnisse der Behandlung des dysplastischen, das heißt fehlentwickelten, kindlichen Hüftgelenkes insbesondere nach achskorrigierender Operation
  • zunehmend häufiger durchgeführte offene und minimalinvasive Eingriffe zur biomechanischen Korrektur beim so genannten femuroacetabulären Impingement, das sind Schäden, die durch ein Anstoßen (Impingement) zwischen Oberschenkelkopf und Gelenkpfanne entstehen
  • moderne Konzepte zur Behandlung spezieller Hüftarthroseformen beim jüngeren Menschen mittels Oberflächenersatz-Prothesen.

Das zweite Hauptthema "Orthopädische Rheumatologie – konservativ und operativ" fand seine besondere Bedeutung angesichts der neuen Weiterbildungsverordnung zur Zusatzbezeichnung "Orthopädische Rheumatologie". Denn: Umfassende Rheumabehandlung bedeutet viel mehr als die – wenngleich unverzichtbare – medikamentöse Therapie. Sie erfordert insbesondere an statisch kritischen Gelenkregionen (unter anderem Halswirbelsäule, Hüfte, Knie und Rückfuß) Erfahrung bezüglich der funktionsverbessernden Ausheilung der Entzündung und Wiederherstellung der Gelenkfunktion.

Beim dritten und vierten Hauptthema – den computergestützten OP-Verfahren sowie den neuen, vorrangig dynamisch und minimalinvasiv orientierten Konzepten in der Wirbelsäulenchirurgie – konnten sich Orthopäden und Unfallchirurgen kritisch über neuere chirurgische Verfahren austauschen. Diese sich rasch verbreitenden Methoden sind jedoch noch weitgehend ohne Langzeitergebnisse.

Wenngleich die wissenschaftliche Austauschbereitschaft und gegenseitige Akzeptanz zwischen Orthopäden und Unfallchirurgen weitestgehend reibungslos verläuft und vorankommt, hinterlässt der drohende Rückgang von qualifizierten Orthopäden an Kliniken einen kleinen Wermutstropfen, dem aber vor allem durch eine persönlich engagierte und vielfältige Fort- und Weiterbildung gemäß dem Baden-Badener Kongressverständnis begegnet werden kann.

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