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Zusammenfassung der 57. Jahrestagung der Vereinigung Süddeutscher Orthopäden e. V. vom 30.04.-03.05.09 in Baden-Baden

 

Vom 30.04.-03.05.09 fand die 57. Jahrestagung der Vereinigung Süddeutscher Orthopäden e. V. statt. Veranstaltungsort war, wie jedes Jahr, Baden-Baden.   Schwerpunkt der diesjährigen Veranstaltung war die konservative Therapie, jedoch wurden auch operative Themen besprochen. Besonderes viele Themen galten den orthopädischen Problemen des Fußes, sowie der Wirbelsäule.

Der Gonarthrose (Kniegelenkverschleiß) und ihren Behandlungsmöglichkeiten widmete sich eine ganze Vortragsreihe am Vormittag des 1. Mai. Dies spiegelt die Bedeutung der Kniegelenkarthrose wider, denn etwa 60% aller Arthrosebeschwerden betreffen dieses Gelenk. Die Vorträge waren mit mehr als 300 Zuhörern sehr gut besucht, sodass viele den Vorträgen stehend zuhören mussten. Thema der Vortragsreihe war: „Die Gonarthrose – Tablette, Spritze oder OP?“. Im Grunde also die Frage, wie die Kniegelenkarthrose am effektivsten behandelt werden kann.

In einem Übersichtsreferat wurde über den aktuellen Forschungs- und Erkenntnisstand zur Therapiemöglichkeit mit zell- oder gentechnischen Verfahren berichtet. Da die Kniegelenkarthrose aber ein Krankheitsgeschehen ist, bei dessen Entstehen viele Faktoren eine Rolle spielen, können die beschriebenen Verfahren bislang nicht zur Behandlung sinnvollerweise eingesetzt werden.

Der folgende Vortrag mit einer kritischen Betrachtung der aktuellen Leitlinien zur Therapie der Gonarthrose stellte zusammenfassend fest, dass eine effektive Behandlung aus dem Repertoire aller vorhandenen Möglichkeiten schöpfen und den individuellen Bedürfnissen des einzelnen Patienten angepasst sein muss.

Da die Medizin eine Wissenschaft ist, die sich permanent weiterentwickelt, sah der Referent die Notwendigkeit, dass Leitlinien oft überarbeitet und aktualisiert werden müssen, damit hier jeweils zeitnah der aktuelle Wissensstand widergegeben wird.

Desweiteren wurde über die noch junge Methode der Behandlung mit dem Autologen Konditionierte Serum Orthokin® berichtet. Erste Studien zeigen hoffnungsvolle Ergebnisse, die aber durch eine größere Anwendung, bzw. Studien untermauert werden muss. Auch eine alternative Methode zur Knorpelzell-Transplantation bei umschriebenen Knorpeldefekten im Gelenk wurde vorgestellt. Auch diese Methode scheint bei speziellen Fällen eine aussichtsreiche Alternative zu werden.

Zwei Therapiemöglichkeiten, die schon seit etlichen Jahren verfügbar sind und angewendet werden, wurden ebenfalls nocheinmal dargestellt. Zum einen die intra-artikuläre Behandlung mit Hyaluronsäure und zum anderen die langfristige Behandlung mit Glucosamin, insbesondere mit Glucosaminhemisulfat (dona®).

Zur Thematik der Hyaluronsäure-Therapie wurde besonders eindrucksvoll von einer groß angelegten Anwendungsbeobachtung bei über 1700 Patienten in der normalen orthopädischen Praxis berichtet. Hier wurde wieder gezeigt, dass mit einer intra-artikulären Hyaluronsäurebehandlung nicht nur unter den speziellen Bedingungen einer klinischen Studie, sondern auch unter den Bedingungen des täglichen Lebens sehr zufriedenstellende Ergebnisse erzielt werden. So waren über 90 %, sowohl der Patienten, als auch der Ärzte ca. 7 Wochen nach der letzten Injektion sehr zufrieden mit der erreichten Verbesserung der Arthrosebeschwerden. Behandelt worden waren hauptsächlich Arthrosebeschwerden der Kniegelenke, aber auch der Hüfte und der Schulter. Als besonderes Maß der Effektivität der Behandlungsmethode wurde gesehen, dass 50 % der Patienten deutlich weniger Schmerzmittel einnehmen mussten als vorher.

Um den Langzeitnutzen einer Behandlung mit Glucosamin bewerten zu können, wurden in einem weiteren Vortrag die Studien der letzten Jahre kritisch betrachtet. Hier zeigte sich erneut, dass allein eine langfristige Einnahme des Glucosaminhemisulfates, eines in einem speziellen patentierten Herstellungsverfahren produzierten Glucosaminsalzes (verwendet in dona®), in der Lage ist, die Symptome einer Kniegelenksarthrose zufriedenstellend zu behandeln. Die anderen zur Verfügung stehenden Glucosaminsalze (z.B. Glucosaminhydrochlorid, Glucosaminsulfat) taten sich dagegen schwer, entsprechende Ergebnisse zu zeigen. Zwar zeigten auch sie eine leichte Besserung der Beschwerden, doch war diese viel schwächer und unsicherer als unter Glucosaminhemisulfat. Zusammenfassend konnte also festgestellt werden, dass Glucosaminhemisulfat in einer täglichen Dosierung von 1500 mg in der Lage ist, das Fortschreiten einer Arthrose zu verlangsamen und gleichzeitig die Symptome zu lindern, sodass bei einem Teil der Patienten sogar ein notwendiger Kniegelenksersatz um einige Jahre hinausgezögert werden konnte.  

In einem weiteren Referat zur 40-jährigen Geschichte der so genannten Knorpel-schützenden Therapeutika, zu denen sowohl die Hyaluronsäure als auch Glucosamin gehört, wurde herausgestellt, dass es sich zwar um ein Therapieprinzip mit langer und breiter Erfahrung handelt, dass dessen wirkliche Fähigkeiten zur Reduktion der Arthrosebeschwerden und Symptome aber noch lange nicht ausreichend bekannt sind.

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