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Arthrose und Ernährung

Eine spezielle Arthrose-Diät gibt es nicht. Dennoch sind sich die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) und Arthrose-Experten einig: Eine gesunde Ernährung kann den Krankheits-verlauf einer Arthrose positiv beeinflussen. Dies gilt insbesondere für übergewichtige Menschen. Denn Übergewicht ist eine ernst zu nehmende Gesundheitsstörung und ein Hauptrisikofaktor für die Ausbildung einer Arthrose. Studien zufolge besteht ein deutlicher Zusammenhang zwischen einem zu hohen Body Maß Index (BMI) und dem Auftreten einer Arthrose. Der BMI, der sich aus Körpergewicht in Kilogramm dividiert durch Körpergröße in Meter zum Quadrat ergibt, dient als Berechnungsgrundlage für die Gewichtsklassifikationen. Liegt der BMI über 25 kg/m² liegt Übergewicht vor. Ein BMI von über 30 kg/m² bedeutet bereits Adipositas. Ist das Körpergewicht zu hoch, wird der Gelenkknorpel aufgrund der starken Belastung schneller abgenutzt. Vor allem die tragenden Gelenke, wie Knie- und Hüftgelenke, sind gefährdet.

Oberstes Ziel: Gewichtsnormalisierung

Ernährungsmedizinische Maßnahmen zielen in erster Linie auf die Normalisierung eines erhöhten Körpergewichts – mit einer ausgewogenen Reduktionskost. Die DGE empfiehlt kalorienreduzierte, fettarme, kohlenhydrat- und ballaststoffreiche Reduktionsdiäten, bei einem Energiegehalt nicht unter 1 200 kcal pro Tag. Das Gewicht langfristig zu reduzieren (nicht mehr als 500 g Gewichtsverlust pro Woche) und anschließend zu stabilisieren ist das wichtigste Ziel. Eine Reduktionskost alleine reicht hier nicht aus. Nur wer sich gleichzeitig bewegt und sein Ernährungsverhalten langfristig umstellt, wird auch auf Dauer sein Gewicht halten können. Experten zufolge kann die Normalisierung des Körpergewichts (BMI  zwischen 18,5 - 24,9) die Schmerzen deutlich reduzieren und den Verlauf der Arthrose verlangsamen oder gar aufhalten. Selbst Arthrose-Patienten, die moderat abnehmen, verbessern die klinischen Symptome. Dies gilt sowohl für Arthrosen der tragenden als auch der nicht tragenden Gelenke. Experten vermuten deswegen neben dem erhöhten Verschleiß durch Übergewicht auch einen Zusammenhang zwischen entzündungsvermittelnden Stoffen, den Adipokinen (Leptin, Adiponektin und Resistin), die in Fettzellen gebildet werden, und katabolen (abbauenden) Prozessen im Gelenk. Man geht davon aus, dass Patienten, die ihr Körpergewicht verringern, nicht nur ihre Gelenke entlasten, sondern auch die entzündungsvermittelnden Stoffe im Körper reduzieren, indem sie Fettgewebe abbauen.

Mit Omega-3-Fettsäuren und Radikalfängern gegen Entzündungen

Entzündungen spielen bei der Entstehung von Arthrose eine zentrale Rolle. Sie beeinflussen die Qualität der Synovialflüssigkeit (Gelenkschmiere) negativ, führen zu Schmerzen, zu Inaktivität und einem gestörten Stoffwechsel. Der entstehende Knorpelschaden führt wiederum zu Entzündungen – und der Kreislauf beginnt von Neuem. Wer auf Nahrungsmittel mit Arachidonsäure verzichtet, kann dem Körper gezielt den Baustoff für die Produktion der entzündungsvermittelnden Stoffe entziehen und dadurch das Ausmaß entzündlicher Reaktionen mindern. Diskutiert wird deshalb der Zusammenhang zwischen der Fettsäurenzusammensetzung in der Nahrung und dem Verlauf der Arthrose. Ernährungstherapeutische Maßnahmen können hier ansetzen. Eine besondere Rolle spielen Omega-3-Fettsäuren. Sie konkurrieren mit der Arachidonsäure um die gleichen Enzymsysteme im Körper und verhindern die Bildung der proinflammatorischen Entzündungsmediatoren (entzündungsvermittelnden Stoffe) aus Arachidonsäure (Omega-6-Fettsäure). Eine Arachidonsäure-arme und Omega-3-Fettsäure-reiche Ernährung hilft, die Entzündungsprozesse im Körper zu reduzieren. Ziel einer Ernährungs¬umstellung sollte es deshalb sein, den Anteil der Omega-3-Fettsäuren in der Nahrung zu erhöhen und die Omega-6-Fettsäuren zu reduzieren. Ernährungsphysiologisch sinnvoll scheint ein Verhältnis von 5:1 (Omega-6:Omega-3). Dies lässt sich leicht umsetzen: Lieber Kaltwasserfische essen anstatt zu Fleisch und Wurst zu greifen.

Neben der Arachidonsäure stehen auch so genannte freie Radikale in der Diskussion, Entzündung zu verursachen und Gelenke zu schädigen. Diese aggressiven Sauerstoff-verbindungen versetzen biologisches Gewebe in oxidativen Stress und können es negativ beeinträchtigen. Dadurch steigt der Bedarf an Radikalfängern (Antioxidanzien). Eine ausreichende Versorgung über eine ausgewogenen Ernährung mit den Vitaminen (A, C & E) und Spurenelementen (Kupfer & Selen) mit antioxidativer Wirkung ist deshalb aus ernährungsmedizinischer Sicht zu empfehlen.


Tipps zur Lebensmittelauswahl

Zu empfehlenNicht zu empfehlen
Gemüse-, Kartoffel- und Getreidegerichtefettreiche tierische Lebensmittel wie Butter, Schweineschmalz, Eigelb
nicht mehr als zwei Portionen Fleisch pro Wochefettreiche Fleisch- und Wurstwaren
Pflanzenöl, mit einem hohen Anteil an Omega-3-Fettsäuren wie z. B. aus Raps, Soja, Walnuss oder Leinsamenalkoholische Getränke
2 bis 3 Portionen Seefisch pro Woche; Omega-3-Fettsäuren sind vor allem in Sardine, Sardelle, Makrele, Hering, Lachs, und Karpfen enthalten
fünf Portionen Obst und Gemüse pro Tag sollten möglichst frisch, oder auch als Saft (1 Portion = 1 Handvoll oder 1 Glas) verzehrt werden
fettarme Milch und Milchprodukte
Getränke: mindestens 2 Liter pro Tag (Mineralwasser, Tees und Säfte)

Omega-3-Fettsäure-reiche Lebensmittel

Lebensmittel Eicosapentaensäure (EPA)* Energie
pro 100 g (verzehrbarer Anteil) g kcal KJ
Thunfisch gegart 1,2 253 1058
Hering gegart 1,1 155 646
Makrele geräuchert 1,0 192 804
Lachs gegart 0,8 202 841
* Die empfohlene Menge an Omega-3-Fettsäuren für Patienten mit rheumatisch entzündlichen Gelenkerkrankungen liegt bei etwa 1-2 Gramm pro Person und Tag.
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